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Besetzung:

Sopran, Bariton und Orchester

Dauer:

26 Minuten

Tonbeispiel 1:

Tonbeispiel 2:

verlegt bei:

Eigenverlag

Beschreibung:

Der Kompositionsauftrag der Helmut-von-Gerlach-Gesellschaft erfolgte vor dem Hintergrund der Erinnerung an das Leid, welches Deutschland als Nation seinem polnischen Nachbarn im allgemeinen und den polnischen Juden im besonderen im zweiten Weltkrieg zugefügt hat. Ich habe mich der Aufgabe sehr gerne gestellt, aber nicht geahnt, wie sehr mich diese Texte, die ein solches Kinderschicksal konkret zum Thema haben, seelisch beanspruchen würden.

Durch Filmberichte und andere Kriegsdokumente glaubte ich mich hinreichend informiert, um mich künstlerisch mit diesem Thema auseinandersetzen zu können, denn ich gehöre ja zu der Generation, welcher das direkte Kriegserlebnis erspart geblieben ist.

Als ich mit der Arbeit am Text begann, erreichte ich sehr bald einen Punkt, welcher es mir im Sinne von Adorno anmaßend, ja eigentlich unmöglich erscheinen ließ, diesen Texten eine musikalische Gestalt zu geben. Mich hat das Leid von Krieg und gewaltsamem Tod, welcher auch vor Kindern keinen Halt macht, noch nie so hautnah betroffen, wie an der Arbeit zu diesem Stück. Ich überlegte, ob es nicht besser wäre, den Text zwar als emotionales Ausgangsmaterial zu nutzen, aber nicht direkt zu verwenden, also ein rein sinfonisches Werk zu schreiben.

Ich entschied mich letztendlich für den Text, änderte aber die ursprüngliche Idee ab, indem ich zwei kleine Ausschnitte aus den Klageliedern des Jeremia, welche in den vergangenen drei Jahrhunderten sehr oft in lateinischer Sprache die Grundlage für Musik gebildet haben, als Symbole verwendete und das Werk damit umschloss. Meine Absicht war es, dadurch auch den Symbolgehalt des Begriffes „Auschwitz“ und den der Kinderlieder zu unterstreichen, um damit eine andere zeitliche Dimension der Betrachtungsweise zu erreichen.

Seit es Menschen gibt, scheinen sie sich gegenseitig Leid zuzufügen und diese makabere Tradition scheint nie enden zu wollen. Jedes Bemühen einer Richtungsänderung war mehr oder weniger von Vergeblichkeit gezeichnet. Weit von jedem Optimismus entfernt, endet das Stück mit einem Fluch. Das ist vielleicht etwas ungewöhnlich, aber ich konnte und wollte nicht anders.

 

 

 

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