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Besetzung:

Saxophon und Streichquartett

Dauer:

6 Minuten

verlegt bei:

Ries & Erler Berlin

Beschreibung:

„Musik, die vom Wassern handelt, gibt es reichlich…Doch Gisbert Näthers Quintett für Alt-Saxophon und Streichquartett verzichtet auf alle Programmatik, illustriert nicht irgendwelche Sogkräfte als Klangwogen oder setzt das Wechselspiel des fast unmerklichen Verschwindens und Wiederauftauchens als paradoxe statische Veränderung minimalistisch in Szene. Das dreisätzige Stück bietet eine, Spieler wie Hörer gleichermaßen bei Laune haltende, mit handwerklichem Können leicht dahin geworfene Musik. Prägnante Einfälle lassen die plastische, bewegliche, situationsbezogene Fantasie des gewandten Film- und Theaterkomponisten erkennen….In Gezeiten stellt er das Saxophon als solistisches Melodieinstrument dem Streichquartett gegenüber, das fast durchweg tonale und akkordisch gebundene, mal aufgelockerte, mal rhythmisch kompakte Begleitstrukturen liefert.

Der erste Satz beginnt mit einer dreitaktigen dominantischen Einleitung, in der die Streicher das Anfangsmotiv der folgenden Saxophonmelodie vorwegnehmen. Diese entfaltet sich im Raum eines G-Dur-major-Akkords über kräuseligem Linienspiel der Streicher. Später weitet sich hinter einer zweiten Melodie mit kernigen Synkopen und Tonrepetitionen der harmonische Raum überraschend von c-moll über as-moll nach D-Dur – verblüffende Akkordwechsel, die Näther häufiger anwendet. Eine dritte melodische Gestalt kommt ins Spiel, die Atmosphäre gleitet nun ins Phrygische. Im Schlussteil entfaltet sich rhythmische Energie, die zuvor in einem wilden Cello-Motiv bereits angeklungen war. Kammermusikalische Dichte ist gewiss nicht Ziel dieses Satzes, gleichwohl streut Näther Passagen ein, in denen motivische Abspaltungen der Melodie durch die Begleitung wandern, als Vorbereitung dienen oder, zum Rhythmus isoliert, eine Akkordfläche zusammenhalten. Der zweite, lyrisch betonte Satz (Largo) stellt das Saxophon noch stärker in den Vordergrund. Dessen zarte Melodie (dolce espressivo) wird zunächst von der ersten Violine intoniert, in Viola und Cello schaukelt dazu ein Sextolen-Begleitmuster. Aus der Sicherheit der Sequenzen und Akkordrückungen stößt das Saxophon später in freie, quasi improvisatorische Passagen vor, das Streichquartett untermalt mit reizvollen Flageolettflächen. Der dritte Satz (Moderato) lebt hauptsächlich von seiner vorwärts treibenden Energie, die in synkopisch geschärftes Begleitmuster der tiefen Streicher bereithält. Sechzehntelfiguren in den Violinen, gebildet aus staccatierten Tonwiederholungen, erzeugen den Eindruck des Flackernden, Hitzigen. Das Saxophon setzt sich durch eine melancholische, folkloristisch getönte Melodie ab, lässt sich aber immer wieder durch die quirlige Geschäftigkeit der Unterstimmen anstecken. Näther bläht seine Einfälle nicht unangemessen auf, sondern entwickelt aus ihnen wenige Minuten dauernde, wirkungsvolle Miniaturen. Wer die Gezeiten aufführen will, muss auf seinem Instrument einigermaßen sattelfest sein, die Streicher benötigen einen forschen Zugriff, müssen zudem vertraut sein mit Flageolettspiel, vom Saxofonisten wird eine präzise Staccato- und Trillertechnik verlangt.“ (Mathias Nofze „Das Orchester“ Dezember 2003)

 

 

 

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